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TU Berlin

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Reisebusstrategie für Berlin

Das Vorhaben „Reisebusstrategie für Berlin“ (Projektlaufzeit: 04.2021 bis 10.2022) wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin
(Förderkennzeichen 1317-B5-O)

 

Projektbeteiligt

Technische Universität Berlin, Institut für Land- und Seeverkehr (ILS)

  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Richter Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb
  • Prof. Dr. Kai Nagel Fachgebiet Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik

Assoziierte Beteiligte

  • Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbrauch- und Klimaschutz Horst Wohlfarth
  • Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Industrie- und Handelskammer Berlin
  • Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo)
  • Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg e.V.
  • Changing Cities e.V.

 

Ausgangslage

Berlin erfreut sich bei Reisebustouristen zunehmender Beliebtheit und es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Reisebusse nach der Pandemie wieder ansteigt. Die Fahrtrouten, die Aufenthaltszeiten und das Publikum sind sehr unterschiedlich. Es fehlt in Berlin ein ganzheitlichen Reisebuskonzept für die Innenstadt, was zu Mehrfahrten, Suchverkehren und problematisch abgestellten Bussen führt. Das wiederum schlägt sich nieder in einer Schadstoff-, Lärm- und Flächenbelastung und führt zu Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmern, Anwohnern und Bustouristen.

Gegenwärtig existieren einzelne und über die Stadt verteilte Reisebusparkplätze, allerdings ohne zentrales Buchungssystem, wie es in anderen Städten wie Dresden, Wien etc. zu finden ist. Ferner fehlen dezentrale größere Abstellanlagen. Ziel ist es, ein ganzheitliches Konzept zur Organisation des Reisebusverkehrs in der Berliner Innenstadt zu erarbeiten.

Umsetzung

In einem ersten Schritt wird eine detaillierte Problemanalyse erarbeitet, um ein klar definiertes, gemeinsames Verständnis des Forschungsgegenstands zu erlangen. Hierzu werden verschiedene Formen des Busverkehrs differenziert, um korrespondierende Steuerungsmöglichkeiten zu identifizieren (vgl. innerstädtischer Reisebusverkehr, Touristenrundfahren etc.). Der Fokus des Projektvorhabens liegt weniger auf dem Reisebusverkehr als solchem, sondern vielmehr auf ineffektiven Betriebsstrukturen wie z.B. unnötige Fahrten bei der Parkplatzsuche und deren Vermeidung. Dabei wird von Anfang an eine ganzheitliche, transdisziplinäre Perspektive eingenommen, die sowohl wirtschaftliche als auch zivile Interessen mit einbezieht, um diese miteinander zu vereinbaren.

Ausgangspunkt für die Errechnung von Emissionseinsparungen ist die Erfassung der gegenwärtigen Situation. Für die Analyse des Ist-Zustandes besteht bisher jedoch keine solide Datengrundlage. Diese wird aktuell erhoben.

Die Neuorganisation des Reisebusverkehrs in der Berliner Innenstadt erfolgt auf mehreren Ebenen. Dabei benötigen die verschiedenen Reisebusformen unterschiedliche konzeptionelle Ansätze. So bedarf es neben Parkraum, auch Flächen für Drop-off Points für die Reisebusse. Die Detektion solcher Flächen wird im ersten Schritt vorgenommen. Um zivilgesellschaftlichen, politischen bzw. wirtschaftlichen Hindernissen bei der Auswahl geeigneter Flächen entgegenzuwirken, wird ein Workshop mit Vertretern aus den verschiedenen Stakeholdergruppen durchgeführt. In diesem werden mögliche konzeptionelle Ansätze aber auch Veränderungen bezügliche des Ist-Zustandes diskutiert.

Die erhobenen Daten werden im folgenden Schritt in die Open-Source-Verkehrssimulationssoftware MATSim (Multi-Agent Transport Simulation, siehe www.matsim.org) eingespeist. MATSim ermöglicht eine multi-modale, dynamische und mikroskopische Betrachtung des Verkehrs in gesamten Städten und Regionen. Für den Großraum Berlin existiert bereits eine Modellanwendung (https://github.com/matsim-scenarios/matsim-berlin) an der TU Berlin, allerdings bisher ohne spezifische Daten zum Reisebusverkehr.

Das bereits vorhandene Berlin-Modell wird um die für den Reisebusverkehr relevanten Nachfragesegmente (z.B. Stadtrundfahrten von Tagestouristen, Geschäftsreisende, organisierte Reisegruppen aus dem europäischen Ausland, etc.) erweitert. Die modellierten Nachfragesegmente bilden den Ist-Zustand in seinen wesentlichen Eigenschaften räumlich und zeitlich hochaufgelöst ab.

Weiterhin werden die entwickelten Lösungskonzepte im Modell umgesetzt. Der mikroskopische Simulationsansatz erlaubt dabei eine sehr detaillierte Betrachtung, der konzipierten Lösungsansätze und des resultierenden Verhaltens der Busunternehmen sowie der verschiedenen Nachfragesegmente.

Ein bereits innerhalb der Verkehrssimulationssoftware MATSim vorhandenes Modul erlaubt eine auf HBEFA (Handbook Emission Factors for Road Transport) basierende Berechnung der Luftschadstoffemissionen, insbesondere auch der Treibhausgasemissionen. Mit Hilfe dieses Moduls werden für die modellierten Reisebuskonzepte auch die Treibhausgasemissionen berechnet. Zudem werden die verkehrlichen Wirkungen, z.B. Reisezeiten, Staueffekte, sowie betriebswirtschaftlich relevante Größen (Fahrzeugkilometer, Personalaufwand) berechnet.

Auf Basis der Simulationsergebnisse werden anschließend geeignete Routen, Parkplätze und Drop-Off Points identifiziert und entsprechend ausgewiesen werden. Diese Ergebnisse werden in einem transdisziplinären Arbeitskreis vorgestellt und erörtert.

 

BENE-Projektskizze

BENE Reisebusprojekt – Kickoff-Meeting

Reisebusstrategie für Berlin
Workshop - Transdisziplinäre Forschung
Im Rahmen des Projektes „Neue Urbane Agenda Berlin“

Poster in DIN A3

Weitere Informationen

Mehr Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr.-Ing. Thomas Richter

Zusatzinformationen / Extras

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Adresse

FG Straßenplanung und -betrieb
Sekr. TIB 3/3-3
Aufgang 25.1 - 3. Etage
Gustav-Meyer-Allee 25
D - 13355 Berlin
+49-30-314-72 421
+49-30-314-72 884