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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Beschleunigung des Radverkehrs im Zuge lichtsignalisierter Streckenabschnitte auf Radverkehrsrouten hoher Bedeutung

gefördert durch: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Lupe

Projektinhalte (Auszug):

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Belange von Radfahrern in der Signalisierung von Lichtsignalanlagen besser zu berücksichtigen. Inwiefern die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen an Knotenpunkten miteinander vereinbar sind, soll im Rahmen dieses zweiphasigen Forschungsprojektes an der TU Berlin geklärt werden.

 

Hierfür wurden in einer ersten Projektphase von Juli 2012 bis April 2014 Maßnahmen simulationsgestützt entwickelt, in der zweiten Projektphase von September 2015 bis November 2017 erfolgt die testweise Umsetzung und Evaluation anhand einer Pilotstrecke. Die Projektbearbeitung findet in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK), der Verkehrslenkung Berlin (VLB) und der Polizei Berlin statt. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP).

Projektziel:

Ziel des mehrstufigen Forschungsprojektes ist es, am Beispiel eines Streckenabschnittes in Berlin allgemeingültige und auf andere Strecken und Städte übertragbare Erkenntnisse zur Beschleunigung des Radverkehrs im Zuge lichtsignalisierter Streckenabschnitte auf Radverkehrsrouten mit hoher Bedeutung zu erarbeiten.

Phase 1 - Simulationsgestützte Maßnahmenentwicklung zur Radverkehrsbeschleunigung im Zuge lichtsignalisierter Streckenabschnitte

Theoretische Erarbeitung von möglichen Maßnahmen zur Beschleunigung des Radverkehrs

Zu Beginn des Projektes wurden systematisch Lösungsansätze zur Radverkehrsbeschleunigung erarbeitet. Dafür sind insgesamt sieben geeignete Streckenabschnitte in Berlin ausgewählt worden, welche mehrere lichtsignalisierte Knotenpunkte umfassen. Die Auswahl erfolgte in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie der Verkehrslenkung Berlin. Die Beschleunigung des Radverkehrs erfolgte z.B. durch ein Angleichen der Umlaufzeiten, eine einheitlich gewählte Progressionsgeschwindigkeit für den Radverkehr und die Verschiebung der Grünbänder sowie der Koordinierung auf Grünanfang/Grünende.

Simulation des Verkehrsablaufs an prototypischen Beispielstrecken für den Ist-Zustand und für den Zustand mit angepasster Signalsteuerung zur Radverkehrsbeschleunigung:

Unter Zuhilfenahme von Simulationsmodellen für jede Beispielstrecke wurden umfangreiche Messdaten zu Reisegeschwindigkeiten, Reisezeiten, Verlustzeiten, Staulängen und Anzahl der Halte im Kfz-, Nah- und Radverkehr für den Ist-Zustand ermittelt. Basierend auf den Messdaten aus den Simulationen und den zuvor entwickelten Beschleunigungsmaßnahmen erfolgte eine Optimierung der Lichtsignalsteuerungen der Beispielstrecken mit dem Ziel der Radverkehrsbeschleunigung. Die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Reisegeschwindigkeiten, Reisezeiten, Verlustzeiten, Staulängen und Anzahl der Halte im Kfz-, Nah- und Radverkehr wurde durch erneute Messungen im Simulationsnetz ermittelt. Es folgt eine Analyse, durch welche Maßnahmen Verbesserungen im Verkehrsablauf erzielt werden konnten. Ziel war eine Ampelschaltung, die Auto- und Radfahrer sowie den öffentlichen Nahverkehr bequem und sicher vorankommen lässt und somit die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt. Auf Basis der Simulationsergebnisse wurden möglichst allgemeingültige und damit auf andere Streckenabschnitte und Städte übertragbare Empfehlungen zum Thema Radverkehrsbeschleunigung auf Streckenzügen mit Lichtsignalanlagen erarbeitet.

Phase 2 - Pilotbetrieb und Evaluation ausgewählter Maßnahmen:

Implementierung der Lichtsignalsteuerung anhand einer Pilotstrecke:

In Phase 2 des Projekts wurde zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und der Verkehrslenkung Berlin eine Pilotstrecke ausgewählt, für welche geeignete Radverkehrsbeschleunigungsmaßnahmen im Detail erarbeitet und umgesetzt werden. Die Umsetzung erfolgt auf Basis der in Phase 1 gewonnenen Erkenntnisse.

Evaluation des Pilotbetriebs:

Nach detailgenauer Planung der Beschleunigungsmaßnahmen, welche allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommen, fand zwei Wochen vor Umschaltung der Signalsteuerung eine Vorerhebung der aktuellen Verkehrssituation auf der ausgewählten Pilotstrecke statt. Zwei Wochen nach Aktivierung des neuen Lichtsignalprogramms erfolgte die erste Nacherhebung zur Erfassung realer Messwerte (Reisegeschwindigkeit, Reisezeit, Verlustzeiten, Anzahl der Halte für Kfz- und Radverkehr). Zusätzlich wurde eine erneute Messung der Radverkehrsgeschwindigkeiten durchgeführt, um eventuelle Abweichungen zu den Messergebnissen aus Phase 1 festzustellen. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass die Streuung der Geschwindigkeiten als Datengrundlage für das Simulationsmodell diente und auch als Basis für die gewählte Progressionsgeschwindigkeit herangezogen wurde. Im Anschluss an die Erhebungen wird die Verkehrssituation vor und nach Implementierung der Beschleunigungsmaßnahmen mittels Videoanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse werden Aufschluss über die tatsächliche Wirksamkeit der Radverkehrsbeschleunigungsmaßnahmen sowie die Auswirkungen auf die weiteren Verkehrsteilnehmenden liefern. Dadurch können u.a. auch Abweichungen zum Simulationsmodell erkannt und für die Gegenüberstellung von theoretischer Planung und praktischer Umsetzung berücksichtigt werden. Die Analyseergebnisse werden anschließend in allgemeinen und übertragbaren Empfehlungen zusammengefasst, welche Möglichkeiten für Radverkehrsbeschleunigungsmaßnahmen beinhalten. Die gewählten Maßnahmen berücksichtigen hierbei die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden.

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